Cookie

Sonntag, 27. März 2022

Zwergenzyklus (7): Glücksstunde

Warum mir die Winterzeit lieber ist:


Glücksstunde

Am Ende unsrer Sommerzeit
Ist‘s - endlich - wieder mal soweit:
Die Zwerge geh‘n zum Uhrenturm
Und stell‘n die Riesenturmuhr um.

Sie dreh‘n, Gesichtchen voller Glück,
Mit voller Kraft die Zeit ein Stück zurück.
Dann schnarchen sieben um die Wette
Noch stundenlang im Kuschelbette.




Dienstag, 22. März 2022

Zwergenzyklus (6): Dichtkunst


Gestern war der Welttag der Poesie. Ich war so vom Frühlingsanfang berauscht, dass mir das beinahe entgangen wäre. 

Hier ist dazu ein Beitrag aus meinem Zwergenzyklus:


Dichtkunst
 
Ein Zwerg girrt zart mit seiner Braut,
Der Dichter heimlich um die Ecke schaut.
Er hebt verzückt die Feder:
„Welch ein Gedicht! Ich trag es vor auf dem Katheder.“
 
„Psst“, zischt der Zwerg, „doch nicht so laut!
Ich hab’ doch grad’ mein Coming-out!“
Der Dichter ist hierob verstummt.
Nur eine Fliege ist’s, die jetzt noch brummt.



Mittwoch, 16. März 2022

Mittwoch, 9. März 2022

Der neue Roman von Jochen Schimmang ist da!

 "Laborschläfer" heißt der neue Roman von Jochen Schimmang, der seit Montag im Handel ist. Ich muss ihn noch lesen. Alle anderen von ihm habe ich gelesen. Uns verbindet unsere gemeinsame Schulzeit in Leer und vieles aus der Generation der Achtundvierziger, unter anderem der Stolz auf unsere Geburt in der Britischen Zone. Der Pinguin ist in seinem ersten Buch zu finden: "Der schöne Vogel Phönix" (1979).


Freitag, 25. Februar 2022

Peter Groenewold: Lezing over de roman ‚Radetzkymars‘ van Joseph Roth

 Op 3 maart, 19:45, heb ik mijn lezing over de roman ‚Radetzkymars‘ van Joseph Roth in het kader van de reeks Spraakmakende Boeken aan de Rijksuniversiteit Groningen. De lezing vindt plaats in de Offerhauszaal (Academiegebouw). Er zijn geen toegangsbeperkingen vanwege Corona meer. De lezing is in het Nederlands.

De lezing wordt herhaald op 9 maart in dbieb in Leeuwarden, 20-22 uur.

Kaiser Franz Joseph I.


https://www.rug.nl/society-business/knowledge-and-learning/spraakmakende-boeken/seizoen-2021-2022/programma-2021-2022 



Freitag, 4. Februar 2022

Zwergenzyklus (4): Der kleine Philosoph

                                   Der kleine Philosoph

 

Ein Zwerg, der sich im Spiegel sah,

Geriet in tiefes Grübeln,

Dabei war ihm sein graues Haar

Das kleinste von den Übeln.

 

Er dachte lang, er dachte breit

Über den Sinn von Sein und Zeit.

Doch forderte sein Denken Größe,

Denn jenseits war’s von Gut und Böse.

 

Da dachte er: „Ich bin zu klein,

Ein großer Philosoph zu sein.“

Und ging zurück über die Berge

Zurück ins Heim der sieben Zwerge.

 

Sie nannten ihn, dort hinterm Ofen,

Unsern kleinen Philosophen.

 


 

 

 

Mittwoch, 5. Januar 2022

Novalis - Geht von dem Frühromantiker eine Gefahr aus?

In der ZEIT Nr. 1 vom 30. Dezember beginnt das Feuilleton mit einer Streitfrage über den deutschen Dichter Novalis, der im Jahr 2022 seinen 250. Geburtstag hat:




 

Die ZEIT: „Novalis. Wie kein anderer verkörpert der Dichter die deutsche Romantik. Ist er schuld am Irrationalismus der Gegenwart?“

 

Der uns allen wohlbekannte Kulturjournalist Volker Weidermann plädiert für das ‚Pro‘ : 


„Aber ja, er ist schuld! (…). Schuld an der deutschen Impflücke, schuld an der weitverbreiteten deutschen Liebe zum Irrationalismus. An Kügelchengläubigkeit. Übersteigertem Vertrauen in Ich-Gefühle statt Weltwissen.“

 

Nein, dies ist keine Parodie. Weidermann meint es offenbar ernst: Novalis, der Zauberjunge der deutschen Romantik, der im Großen und Ganzen ungelesen und unverstanden schon 1801 im zarten Alter von 29 Jahren dahingeschieden ist, wird hier zum Urheber des Urbösen in der deutschen Seelenwelt stilisiert, wie es sich über mehr als zweihundert Jahre entwickelt haben soll bis zu der teuflischen Querdenkerei in der neuesten deutschen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts!

 

Wie muss man gestrickt sein, um die gegenwärtigen Friktionen in unserer Gesellschaft auf diese Weise erklären zu wollen? Oder verbirgt sich hinter der Wahl dieser Erklärung die Gelegenheit zur Aufwertung des eigenen Arbeitsbereichs beziehungsweise zur interessanteren Repräsentation des Kulturfachmanns Weidermann? Vor allem Literatur hat ja in den letzten Jahren in der deutschen Medienwelt immer weniger Raum und Aufmerksamkeit bekommen. Darunter hat auch Weidermann leiden müssen, und er ist jetzt gerade erst seit einem Vierteljahr Leiter des Feuilletons der ZEIT. Da muss er schon was tun!

 

Wie dem auch sei: Dann war er es auch, der den öffentlich weniger bekannten Politikwissenschaftler Peter Neumann zur Formulierung der Kontraposition eingeladen hat: 


„Um Himmels willen, nein! (…). Das hat Novalis nicht verdient (…) Novalis muss sich die Angriffe auf sich und seine frühromantischen Jenaer Freunde nicht gefallen lassen: Der unermüdliche Bergbau- und Salinenbeamte (…) hätte sich längst kreuzweise boostern lassen. (…) Wenn in diesen Tagen wieder über Novalis sinniert wird, dann verrät sich darin womöglich weniger etwas über die deutsche Romantik als über eine erkenntnistheoretische Notlage, die am Beginn der fünften Corona-Welle eingetreten ist: Die Erklärungen sind am Ende.“

 

Peter Neumann war mir bisher nicht bekannt. Er gründete 2008 das „International Centre for the Study of Radicalisation“, dessen Direktor er bis 2018 war. Er ist ein Gegenwartsforscher mit neuen Ansätzen zur Terrorismusforschung, „insbesondere im Bereich der Radikalisierung und Rekrutierung über das Internet“ (Wikipedia).

 

Meines Erachtens müssen Erklärungen zur heutigen Querdenkerei dann auch in einem neuen und besonders eingreifenden „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ (Habermas) gesucht werden, zu dem die Entstehung von zahllosen extrem selbstbezogenen Sozialräumen in den neuen Medien gehört. Hier tummeln sich Millionen, denen die angeblich rationale und aufgeklärte Welt vor allem der älteren Kulturgenerationen schnurz und schnuppe sind.

 

Aber: Das müssen nicht alles Idioten, Aufrührer und Neonazis sein. In diesen Gruppierungen sitzen sowohl Harmlose, Leichtgläubige und Ängstliche als auch brandgefährliche Gefährder der öffentlichen Ordnung, die auf Wirkung in größerem Maßstab aus sind und Gewalt nicht scheuen. Hier zu differenzieren und die Verantwortlichen zu identifizieren, dazu trägt die Arbeit Peter Neumanns bei. Auf ihn und auf Forschungen im hier angedeuteten Sinn sollten wir setzen. Und Volker Weidermann für diesen Beitrag danken.

 

P.S. Wenn Nietzsche 2022 auch irgendeine Art Jubiläumsjahr gehabt hätte, wäre er „dran“ gewesen.

Samstag, 1. Januar 2022

Happy New Year - Mein neuer Korkenzieher

Mein neuer Korkenzieher in den Farben der habsburgischen Monarchie: Ich werde ein Glas auf Joseph Roth trinken.