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Freitag, 6. März 2026

Kristine Bilkau am 24. März in Groningen!

 

Kristine Bilkau

Hier ist die Information der Buchhandlung Godert Walter dazu:

Am Dienstag, den 24. März 2026, ist die deutsche Schriftstellerin Kristine Bilkau zu Gast in Walter's Bookshop. An diesem Abend wird sie von Peter Groenewold zu ihrem Roman „Halbinsel” interviewt, der kürzlich auch unter dem Titel „Schiereiland” auf Niederländisch erschienen ist. Der Abend wird in Zusammenarbeit mit Uitgeverij Cossee organisiert.

Der Abend beginnt um 20 Uhr, Einlass ist ab 19.30 Uhr. Die Veranstaltungssprache ist Deutsch und der Eintritt beträgt 5 Euro (Studenten 2,50). Aufgrund der begrenzten Platzkapazität bitten wir Sie, sich vorab unter info@godertwalter.nl
anzumelden.

Das Buch
Eine Halbinsel im nordfriesischen Wattenmeer. Hier, an der Nordsee, lebt Annett, Ende vierzig, seit vielen Jahren, hier hat sie nach dem frühen Tod ihres Mannes ihre Tochter Linn allein großgezogen. Linn, Mitte zwanzig, ist nach dem Abitur voller Energie in die Welt gezogen, hat sich in schwedischen und rumänischen Wäldern als Umweltvolontärin engagiert, arbeitet für ein Aufforstungsprojekt. Für Annett ist ihre Tochter die Verkörperung von Hoffnung, Sinn und Zukunft. Doch auf einer Tagung, während eines Vortrags kippt Linn um, Kreislaufzusammenbruch, Erschöpfung. Annett holt sie für eine Woche zu sich nach Hause, ans Meer, nahe Husum. Aus einer werden zwei, dann drei Wochen, dann Monate. Zerrieben zwischen Leistungsdruck und Sinnsuche, scheint Linn mit Mitte Zwanzig an einem Nullpunkt. Annett fühlt sich hilflos angesichts der Antriebslosigkeit ihrer Tochter. Mit der Zeit brechen Konflikte auf, zwischen Mutter und Tochter, aber auch zwischen zwei Generationen. Die eine muss die Lebenswirklichkeit der anderen neu verstehen lernen.

Mit großem Gespür für das Zwischenmenschliche lotet Kristine Bilkau die drängenden Fragen unserer Zeit aus - die Frage nach der Verantwortung der Älteren für den Zustand der Welt sowie der Wunsch der Jüngeren, das eigene Leben mit Sinn zu füllen.


Kristine Bilkau
Kristine Bilkau, 1974 geboren, arbeitet als Journalistin und Schriftstellerin und lebt mit ihrer Familie in Hamburg. 2025 erhielt sie den Leipziger Buchpreis für ihren Roman Halbinsel.


Datum: Dienstag, 24. März 2026 
Ort: Walter's Bookshop, Oude Kijk in't Jatstraat 10, 9712 EG Groningen
Beginn: 20:00 Uhr (Einlass 19:30 Uhr)
Sprache: Deutsch
Eintritt: 5 Euro, Studenten 2,50 Euro, Reservierung erwünscht: im Laden, per E-Mail an info@godertwalter.nl oder telefonisch unter 050 312 25 23.


Donnerstag, 26. Februar 2026

DIE ZEIT wird 80 - Sonderausgabe!


 Am 21. Februar 1946 erschien die erste Ausgabe der ZEIT. Aus diesem Anlass gibt es am 21. Februar 2026 eine Extra-Ausgabe, die auch einen Reprint der Erstausgabe enthält.

Außerdem allerlei Interviews und Reminiszenen über Menschen, die dieses Jahr auch 80 werden, unter anderen mit Uschi Obermaier, die in meinen Westberliner 60er Jahren jedem ein Begriff war und es geschafft hat, ohne große Leistungen im bürgerlichen Sinne das bis heute zu bleiben, durch ihre pure Existenzialität. Der Chefredakteur Giovanni di Lorenzo hat ein schönes Interview mit ihr gemacht.

Es hat Kritik an dieser Ausgabe gegeben: die DDR-Geschichte und ostdeutsche Persönlichkeiten wurden vermisst. Aber die ZEIT ist tatsächlich in allererster Linie das physisch, psychisch und intellektuell  bedeutendste Presseorgan der alten Bundesrepublik gewesen. Lasst sie ruhig ihr Alter feiern. Ich habe mit 16 angefangen, sie zu lesen und tue das noch immer im Riesenformat auf Papier. Nur so kriege ich ein Zeitgefühl.

 


Freitag, 20. Februar 2026

Blutige Realität: die Berliner Schaubühne!



Vor einigen Tagen fand ich auf Facebook dieses rezente Foto von der Berliner Schaubühne, die ich in den siebziger Jahren oft besucht habe. 

„Wie soll das alles weitergehen?“ Diese große, programmübergreifende Frage, die hier dem vorübergleitenden, rutschenden und ausrutschenden Publikum gezeigt wird, hat mich an meine vielleicht ein wenig irritierenden Beiträge zum deutschen literarischen Feuilleton erinnert: So habe ich unter dem Titel „Was soll das werden?“ am 11. Dezember einige Überlegungen über das sich verändernde Verhältnis von Literatur und Realität angestellt.

Nun setzt uns dieselbe Schaubühne mit einem dramatischen Ereignis in fassungsloses Erstaunen, wenn nicht gar Entsetzen: Bei einer Aufführung von Shakespeares „Richard III.“ entgleitet dem großen Lars Eidinger der Degen und verletzt eine Zuschauerin in der ersten Reihe am Kopf!

Was ich schon ahnte: Literatur wird blutige Realität. All unsere Sicherheiten, sie sind dahin. Die Berliner Schaubühne ist am Puls der Zeit!


Julia Schoch war in Groningen

 Am 11. Februar wurde Julia Schoch von mir in der Groninger Galerie Pictura interviewt. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand ihr Roman „Das Liebespaar des Jahrhunderts“ (2023).

Das Gespräch fand auf Deutsch statt, und dafür hatten wir mit 40 Teilnehmern für Groninger Verhältnisse ein gutes Publikum.

Foto: P. Prescher

Ich komme darauf noch in einem weiteren Beitrag zurück. 

Sonntag, 15. Februar 2026

„Die selbständige politische Einheit Westberlin“

 Ich muss diesen DDR-Stadtplan von Berlin (Hauptstadt der DDR plus Westberlin) noch irgendwo auf meinem Dachboden haben:


Dies ist kein Fake. Diesen Stadtplan gab es wirklich.

Donnerstag, 12. Februar 2026

Zur Erinnerung an Cees Nooteboom: sein Berlin im Roman Allerzielen (Allerseelen)

 


Der Flaneur nach Auschwitz

Cees Nooteboom und Armando in Berlin


Peter Groenewold, Rijksuniversiteit Groningen
                                          

Es gibt ein Bild von Klee, das Angelus Novus heißt. Ein Engel ist darauf dargestellt, der aussieht, als wäre er im Begriff, sich von etwas zu entfernen, worauf er starrt. Seine Augen sind aufgerissen, sein Mund steht offen, und seine Flügel sind ausgespannt. Der Engel der Geschichte muß so aussehen. Er hat das Antlitz der Vergangenheit zugewendet. Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert. Er möchte wohl verweilen, die Toten wecken und das Zerschlagene zusammenfügen. Aber ein Sturm weht vom Paradies her, der sich in seinen Flügeln verfangen hat und so stark ist, daß der Engel sie nicht mehr schließen kann. Dieser Sturm treibt ihn unaufhaltsam in die Zukunft, während der Trümmerhaufen vor ihm zum Himmel wächst. Das, was wir den Fortschritt nennen, ist dieser Sturm.[1]

                               Walter Benjamin, Geschichtsphilosophische Thesen (1940)


1. Nooteboom läuft

Auf der allerletzten Seite von Cees Nootebooms Roman Allerzielen (1998), die mancher Leser vielleicht gar nicht entdeckt, da er mit einer gewissen Berechtigung der Meinung ist, der Roman sei bereits zuende - findet sich ein Zitat  des italienischen Autors Roberto Calasso aus dessen literarisch-geschichtsphilosophischer Reflektion der Moderne De ondergang van Kasj. Das Zitat enthält eine Kritik an der modernen Geschichtswissenschaft. Es lautet: “Met haar honger naar de meest irrelevante details, haar vermogen hele planken documenten te verslinden die op het punt stonden tot stof te vergaan, kruisverhoren die misschien nooit door iemand waren gelezen, niets eens door de griffier die ze eigenhandig had geschreven, is de geschiedschrijving de laatste decennia voortgegaan, al spiegelde ze zichzelf wat haar motieven betreft maar wat voor: hele horden onderzoekers meenden de waarheid dichter te benaderen door stapels papier door te werken – of meenden zelfs wetenschappelijk bezig te zijn door cijfers en tabellen te verklaren. Hoe verwoeder ze de nuchtere gegevens echter omcirkelden, hoe duidelijker die het ondoorgrondelijk mysterie van ieder historisch spoor blootlegden. Achter die namen, notariële akten en juridische dossiers gaapte te onmetelijke afasie van het leven dat zich in zichzelf opsluit.”[2]
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Samstag, 31. Januar 2026

Kloster Frenswegen 29. - 31.Januar 2026

                           Es ist wieder schön gewesen!

Abbildung Peter Groenewold/ChatGPT