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Donnerstag, 26. Februar 2026

DIE ZEIT wird 80 - Sonderausgabe!


 Am 21. Februar 1946 erschien die erste Ausgabe der ZEIT. Aus diesem Anlass gibt es am 21. Februar 2026 eine Extra-Ausgabe, die auch einen Reprint der Erstausgabe enthält.

Außerdem allerlei Interviews und Reminiszenen über Menschen, die dieses Jahr auch 80 werden, unter anderen mit Uschi Obermaier, die in meinen Westberliner 60er Jahren jedem ein Begriff war und es geschafft hat, ohne große Leistungen im bürgerlichen Sinne das bis heute zu bleiben, durch ihre pure Existenzialität. Der Chefredakteur Giovanni di Lorenzo hat ein schönes Interview mit ihr gemacht.

Es hat Kritik an dieser Ausgabe gegeben: die DDR-Geschichte und ostdeutsche Persönlichkeiten wurden vermisst. Aber die ZEIT ist tatsächlich in allererster Linie das physisch, psychisch und intellektuell  bedeutendste Presseorgan der alten Bundesrepublik gewesen. Lasst sie ruhig ihr Alter feiern. Ich habe mit 16 angefangen, sie zu lesen und tue das noch immer im Riesenformat auf Papier. Nur so kriege ich ein Zeitgefühl.

 


Freitag, 20. Februar 2026

Blutige Realität: die Berliner Schaubühne!



Vor einigen Tagen fand ich auf Facebook dieses rezente Foto von der Berliner Schaubühne, die ich in den siebziger Jahren oft besucht habe. 

„Wie soll das alles weitergehen?“ Diese große, programmübergreifende Frage, die hier dem vorübergleitenden, rutschenden und ausrutschenden Publikum gezeigt wird, hat mich an meine vielleicht ein wenig irritierenden Beiträge zum deutschen literarischen Feuilleton erinnert: So habe ich unter dem Titel „Was soll das werden?“ am 11. Dezember einige Überlegungen über das sich verändernde Verhältnis von Literatur und Realität angestellt.

Nun setzt uns dieselbe Schaubühne mit einem dramatischen Ereignis in fassungsloses Erstaunen, wenn nicht gar Entsetzen: Bei einer Aufführung von Shakespeares „Richard III.“ entgleitet dem großen Lars Eidinger der Degen und verletzt eine Zuschauerin in der ersten Reihe am Kopf!

Was ich schon ahnte: Literatur wird blutige Realität. All unsere Sicherheiten, sie sind dahin. Die Berliner Schaubühne ist am Puls der Zeit!


Julia Schoch war in Groningen

 Am 11. Februar wurde Julia Schoch von mir in der Groninger Galerie Pictura interviewt. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand ihr Roman „Das Liebespaar des Jahrhunderts“ (2023).

Das Gespräch fand auf Deutsch statt, und dafür hatten wir mit 40 Teilnehmern für Groninger Verhältnisse ein gutes Publikum.

Foto: P. Prescher

Ich komme darauf noch in einem weiteren Beitrag zurück. 

Sonntag, 15. Februar 2026

„Die selbständige politische Einheit Westberlin“

 Ich muss diesen DDR-Stadtplan von Berlin (Hauptstadt der DDR plus Westberlin) noch irgendwo auf meinem Dachboden haben:


Dies ist kein Fake. Diesen Stadtplan gab es wirklich.

Donnerstag, 12. Februar 2026

Zur Erinnerung an Cees Nooteboom: sein Berlin im Roman Allerzielen (Allerseelen)

 


Der Flaneur nach Auschwitz

Cees Nooteboom und Armando in Berlin


Peter Groenewold, Rijksuniversiteit Groningen
                                          

Es gibt ein Bild von Klee, das Angelus Novus heißt. Ein Engel ist darauf dargestellt, der aussieht, als wäre er im Begriff, sich von etwas zu entfernen, worauf er starrt. Seine Augen sind aufgerissen, sein Mund steht offen, und seine Flügel sind ausgespannt. Der Engel der Geschichte muß so aussehen. Er hat das Antlitz der Vergangenheit zugewendet. Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert. Er möchte wohl verweilen, die Toten wecken und das Zerschlagene zusammenfügen. Aber ein Sturm weht vom Paradies her, der sich in seinen Flügeln verfangen hat und so stark ist, daß der Engel sie nicht mehr schließen kann. Dieser Sturm treibt ihn unaufhaltsam in die Zukunft, während der Trümmerhaufen vor ihm zum Himmel wächst. Das, was wir den Fortschritt nennen, ist dieser Sturm.[1]

                               Walter Benjamin, Geschichtsphilosophische Thesen (1940)


1. Nooteboom läuft

Auf der allerletzten Seite von Cees Nootebooms Roman Allerzielen (1998), die mancher Leser vielleicht gar nicht entdeckt, da er mit einer gewissen Berechtigung der Meinung ist, der Roman sei bereits zuende - findet sich ein Zitat  des italienischen Autors Roberto Calasso aus dessen literarisch-geschichtsphilosophischer Reflektion der Moderne De ondergang van Kasj. Das Zitat enthält eine Kritik an der modernen Geschichtswissenschaft. Es lautet: “Met haar honger naar de meest irrelevante details, haar vermogen hele planken documenten te verslinden die op het punt stonden tot stof te vergaan, kruisverhoren die misschien nooit door iemand waren gelezen, niets eens door de griffier die ze eigenhandig had geschreven, is de geschiedschrijving de laatste decennia voortgegaan, al spiegelde ze zichzelf wat haar motieven betreft maar wat voor: hele horden onderzoekers meenden de waarheid dichter te benaderen door stapels papier door te werken – of meenden zelfs wetenschappelijk bezig te zijn door cijfers en tabellen te verklaren. Hoe verwoeder ze de nuchtere gegevens echter omcirkelden, hoe duidelijker die het ondoorgrondelijk mysterie van ieder historisch spoor blootlegden. Achter die namen, notariële akten en juridische dossiers gaapte te onmetelijke afasie van het leven dat zich in zichzelf opsluit.”[2]
Zum Weiterlesen hier klicken:

Samstag, 31. Januar 2026

Kloster Frenswegen 29. - 31.Januar 2026

                           Es ist wieder schön gewesen!

Abbildung Peter Groenewold/ChatGPT

 

 


Mittwoch, 28. Januar 2026

Coming of Age - Deutschsprachige Romane im 21. Jahrhundert

Ich bin ein Freund von Listen. Diese ist in erster Linie für die niederländischen Deutschlehrer bestimmt, die sich diese Woche im Kloster Frenswegen treffen werden:

Coming of Age – Deutsche Romane im 21. Jahrhundert

Benjamin Lebert, Crazy (1999)

Juli Zeh, Spieltrieb (2004)

Benedict Wells, Spinner (2009), Fast genial (2009), Hard Land (2021)

Wolfgang Herrndorf, Tschick (2010)

Helene Hegemann, Axolotl Roadkill (2010)

Angelika Klüssendorf, Das Mädchen (2011)

Jan Brandt, Gegen die Welt (2011)

Nils Mohl, Es war einmal Indianerland (2011)

Bov Bjerg, Auerhaus (2015)

Axel Ranisch, Nackt über Berlin (2016)

Bodo Kirchhoff, Dämmer und Aufruhr. Roman der frühen Jahre (2018)

Matthias Brandt, Blackbird (2019)

Ewald Arenz, Der große Sommer (2021)

Julia von Lucadou, Tick Tack (2022)

Christian Huber, Man vergisst nicht wie man schwimmt (2022)

Tonio Schachinger, Echtzeitalter (2023)

Caroline Wahl, 22 Bahnen (2023)

Elena Fischer, Paradise Garden (2023)

Dana Vowinckel, Gewässer im Ziplock (2024)

Kurt Prödel, Klapper (2025)