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Dienstag, 2. Januar 2018
Der Groninger Markt
Einer der Gründe für den Rückgang der Beiträge in Café Deutschland:
http://www.uitgeverijpassage.nl/content/view/471/56/
Sonntag, 17. Juli 2016
Das Unsichtbare sichtbar machen - Die neue Waisenbrücke zum Märkischen Museum
Das Märkische Museum ist das Hauptgebäude des Stadtmuseums
Berlin. Es ist von altem Baumbewuchs umringt und dadurch im Sommer von allen
Seiten so gut wie unsichtbar. Außerdem
liegt es abseits der Touristenströme um das zukünftige Humboldtforum und ist
von dort aus schwer erreichbar. Sogar wer am U-Bahnhof Märkisches Museum
aussteigt, hat Mühe, das Gebäude zu finden. Verständlich, dass der neue
Direktor des Stadtmuseums, der Niederländer Paul Spies, damit nicht zufrieden
ist: Wer will schon Direktor eines unsichtbaren Museums sein?
Natürlich dürfen die Bäume nicht angetastet werden. Aber es
gibt eine andere Möglichkeit: Vor dem Krieg führte die Waisenbrücke vom
jenseitigen Spreeufer direkt auf das Museum zu. Sie wurde im Krieg schwer beschädigt und 1960 abgerissen. Ihre Wiederherstellung als Fußgänger- und Fahrradbrücke würde das
Märkische Museum für die zahlreichen Besucher des Nikolaiviertels und anderer
zentraler Berliner Sehenswürdigkeiten viel erreichbarer machen. Das folgende Foto zeigt das Museum mit seinem hohen Turm. Auf der gegenüberliegenden Seite der Spree sieht man deutlich das Uferfundament der ehemaligen Brücke:
Der Plan für eine
neue Brücke hätte bis vor kurzem keine Aussicht auf Erfolg gehabt. Nach der Aufwertung
des Stadtmuseums durch den Senat und seine Anbindung an das riesige
Humboldtforum, in dem Paul Spies auch eine große Fläche mit dem Thema Berlin–Welt–Stadt bespielen
soll – den Plan dazu wird er morgen präsentieren – sind die Chancen jedoch
gewachsen. Es war eine kluge Idee, das Brückenprojekt schon im Vorfeld zu lancieren.
Es stößt sowohl bei älteren
als auch bei jüngeren Berlinern auf offene Ohren, da es die Rekonstruktion des
alten Stadtbildes mit der Erweiterung der Radwege verbindet.
Beim gestrigen
Museumsfest gewann der Holländer mit seinem Radfahrercharme schon mal die
Herzen der alten Berliner, die der Zukunft ihres verstaubten Museums mit
einiger Skepsis entgegensehen. Und mir liegt das Stadtmuseum sowieso am Herzen, da ich als Student jahrelang als Aufseher im damaligen Berlin Museum gearbeitet habe.
Montag, 4. April 2016
Geisterbahn – S-Bahnhof Dreilinden
Nach dem Mauerbau wurde die Berliner S-Bahnlinie
Wannsee-Stahnsdorf, die mit dem Zwischenhalt Dreilinden von West-Berlin zum auf
DDR-Gebiet liegenden Waldfriedhof Stahnsdorf führte, eingestellt und im Laufe
der Zeit größtenteils abgebaut. Die Bahn verfügte über einen Sonderwagen für
den Transport der Särge zum Friedhof und wurde deshalb im Volksmund die „Leichenbahn“
genannt.
Nach der Wende hatte man Dringenderes zu tun als diese Linie
wiederzueröffnen, und inzwischen dürfte es auch kaum mehr zu verwirklichen
sein: Das Trajekt führt zwar durch eine der verlassensten Gegenden von Berlin,
dort wohnen allerdings einige sehr Reiche, die der S-Bahnlärm wohl stören würde.
Das Bahnhofsgebäude Dreilinden wurde abgetragen, der
Bahnsteig existiert noch, die Schienen wurden entfernt:
| Auf dem Bahnsteig von Dreilinden (Foto: piedschi) |
![]() |
| Blick auf den Bahnsteig von der Böschung aus (Foto: piedschi) |
Ein Schienenrest liegt noch bei der ehemaligen Unterführung
des damaligen Autobahnabschnitts, der zum Grenzkontrollpunkt Dreilinden führte.
Der Kontrollpunkt und der Autobahnabschnitt wurden 1972 stillgelegt und durch
den Grenzübergang Drewitz ersetzt. Die Natur hat sich das gesamte Gebiet zurückerobert
und lädt zu exotischen Spaziergängen ein (man beachte die noch funktionsfähige Fußgängerbrücke).
Dienstag, 26. Januar 2016
Bülowstraße 52: Fuck You!
Jetzt im Winter, wo die Bäume kahl sind, bietet Berlin immer
neue und überraschende Durchblicke. Von der S-Bahn aus sah ich auf einige
Distanz für Sekunden eine großflächige
Wandmalerei an einem Schöneberger Hinterhaus: Ein Mann mit einem
Kleinkind auf dem Arm zeigt mit seiner anderen Hand einer ihm
gegenüberstehenden, mit Helmen und Schilden gewappneten Polizistenkette das
Fuck-You-Zeichen.
Heute haben wir uns auf die Suche danach gemacht. Das war
gar nicht so einfach. Die Gegend zwischen Bülowbogen und Gleisdreieck ist
unübersichtlich, verwinkelt, chaotisch. Erst als wir auf schlammigen Wegen
durch eine abenteuerlich vergartenzwergte Kleingartenkolonie geschliddert
waren, tat sich der Blick auf das Haus auf. Aus einem der Schreberhäuschen
erklang „Blue Velvet“. Als ich mit der Kamera die beste Position suchte, sprang
wütend kläffend ein Hund auf uns zu. Wir redeten beruhigend auf sein Frauchen
ein und lobten die Musik. Kleingärtner haben nicht gerne fremde Gäste mit
Kameras.
Um näher an das Hinterhaus heranzukommen, mussten wir zurück
in die Bülowstraße und durch zwei
Hinterhöfe hindurch. Ein freundlicher Bewohner gab uns Auskunft: Die
Mietshäuser Bülowstr. 52 und 54 waren in den wilden achtziger Jahren von
Hausbesetzern “gekraakt” und sind später in friedliche Selbstverwaltung
übergegangen. Die Wandmalerei ist eine Reminiszenz an diese Zeiten.
Bessere Fotos
konnte ich direkt am Haus auch nicht machen. So müssen wir uns mit diesem
begnügen. Man beachte, wie der “Stinkefinger” durch ein schmales vertikales
(Klo?-)Fenster dargestellt wird (zum Vergrößern aufs Foto klicken):
![]() |
| Bülowstr. 52, Rückseite (Foto: piedschi) |
Montag, 26. Oktober 2015
Montag, 19. Oktober 2015
Heimat ist Geheimnis, nicht Geschrei
Franz Hessel: "Heimat ist Geheimnis, nicht Geschrei"
![]() |
| Lindauer Straße 8, Berlin-Schöneberg (Foto: piedschi) |
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