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Dienstag, 2. Januar 2018
Der Groninger Markt
Einer der Gründe für den Rückgang der Beiträge in Café Deutschland:
http://www.uitgeverijpassage.nl/content/view/471/56/
Dienstag, 31. Januar 2017
Zwoa Teppn - Alfred Selges trunkene Fahrt
„Do san zwoa Teppn af a Brugge, sog dr oane: Geh loss ins
epes dichtn! Sog do ondre: Ok. Fong dr oane on: Ich stehe auf der Brücke und
schiffe in die Lücke. Sog dr ondre: Ich stehe auf der Brücke und stecke dir
einen Zapfen in den Arsch. Sog dr oane: Obo des reimp sich net. Sog dr ondre:
Obo es dichtet.“
Albrecht Selge, Die trunkene Fahrt, S. 85
Ja, noch ein Witz. Und es werden noch ein paar mehr in dem
Roman. Aber der bessere Witz steckt in den Dialogen, die Albrecht Selge
hier in seiner Roadnovel „Die trunkene Fahrt“ zwischen den vier Männern
abfeuern lässt, die zusammen im Jahr 1989 eine feuchtfröhliche Tour durch
Südtirol unternehmen. Da geht es nicht um Plattes und Ordinäres, sondern um Musik und
Literatur. So etwas gibt es in der deutschen Gegenwartsliteratur ja (fast) gar nicht: ein Buch mit Humor. Ich lach’ mich tot.
Hier noch eine Rezension mit den Einzelheiten.
Albrecht Selge, Die trunkene Fahrt, Berlin 2016, € 19,95
Montag, 30. Januar 2017
Zwoa Nulla
Albrecht Selge, Die trunkene Fahrt, Berlin 2016, S. 73
(Soll Südtiroler Dialekt sein. Kann ich nicht beurteilen. Braucht jemand 'ne Übersetzung?)
Sonntag, 31. Januar 2016
Quartiermeister: ein Bier für den Kiez
In einem Kiez-Café in Schöneberg habe ich - neben netten Leuten - ein neues Bier kennengelernt: "Quartiermeister", das Bier mit dem sozialen Touch. Von jeder verkauften Flasche wird ein Betrag für einen guten Zweck abgezweigt. Jetzt kann ich Bier trinken und dabei auch noch denken, etwas Gutes zu tun. Trink ich noch eins?
![]() |
| Quartiermeister: Trink für den Kiez |
Freitag, 28. August 2015
Goethe und Groningen
Komisch, dass mir das bisher nie aufgefallen ist: Der 28.
August, das Jubeldatum der deutschen
Kulturgeschichte, der Geburtstag des genialen deutschen Alleskönners Johann Wolfgang von Goethe (*1749), fällt zusammen mit dem seit mehr als dreihundert
Jahren Jahr für Jahr gefeierten Jubelfest der niederländischen Stadt Groningen:
Gronings Ontzet (1672), der Befreiung der Stadt von der Belagerung durch den
schnöden Bischof von Münster, der noch heute „Bommen Berend“ – „Kanonen-Bernhard“
genannt wird.
Die zeitliche Distanz mildert den Schmerz der Zerstörungen durch des Bischofs Kanonen. Groningen feiert seitdem seine Freiheit mit einem unbeschwerten freien Tag und schönen Festen und eigenen Böllern. Nirgendwo war das Fest so schön wie im „Sleutel“ von Koos Huizenga in den neunziger Jahren.
Die zeitliche Distanz mildert den Schmerz der Zerstörungen durch des Bischofs Kanonen. Groningen feiert seitdem seine Freiheit mit einem unbeschwerten freien Tag und schönen Festen und eigenen Böllern. Nirgendwo war das Fest so schön wie im „Sleutel“ von Koos Huizenga in den neunziger Jahren.
Warum fällt mir das heute auf? Ich bin zum ersten Mal seit
Jahrzehnten an diesem Tag nicht in Groningen, sondern in Berlin. Sollte ich
etwa Heimweh haben?
Freitag, 14. August 2015
Wild, wilder, Wildschwein
"02. August 2015 Kirchzarten (dpa/lsw) -
Ein wild gewordenes Wildschwein ist am Samstag durch Kirchzarten (Kreis
Breisgau-Hochschwarzwald) gewetzt und durch eine geschlossene Haustür in eine
Wohnung gesprungen. Nach Angaben der Polizei rannte das Tier «wie von Sinnen»
durch den Ort und durchbrach dann die doppelverglaste Tür. Dabei verletzte es
sich, verließ das Haus aber wieder und lief orientierungslos davon. Jäger und
Polizisten fahndeten nach dem Wildschwein - allerdings ohne Erfolg, wie ein
Polizeisprecher am Sonntag sagte.
Das Motiv für das Verhalten des Tieres
ist unklar. Möglicherweise habe es im Vorbeirennen im Spiegelbild der Glastür
einen Konkurrenten gesehen, spekulierten die Beamten. Jedenfalls versetzte das
Wildschwein vielen Anwohnern einen gehörigen Schrecken."
Dieser Bericht hat Anfang August in mehr
als fünfzig deutschen Zeitungen gestanden, oft mit einem hübschen Bild von
einem Wildschwein versehen, das mit der Sache nichts zu tun hat. Die kleine
Geschichte enthält eine Reihe von Faktoren, die sie “interessant” machen. Sie
eignet sich deshalb auch als Lehrstück für die Wirkungsweise von
Kürzestgeschichten. Und für Thekengespräche. Das Label “Theke” ist in Café
Deutschland bisher viel zu wenig bedient worden.
Montag, 6. Juli 2015
Koos Huizenga ist tot: Hommage an einen Wirt und seine Kneipe
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| Koos Huizenga, 1942-2015 |
Koos war ein Wirt, der nicht nur wusste, wie eine schöne
Kneipe aussehen muss, sondern auch, wie man ein schönes Publikum bekommt und
wie dieses schöne Publikum sich wohl und immer wohler fühlt. Über der Tür hing
ein Schild, dass dies eine Sozietät
sei, eine Art Club, der eine Mitgliedschaft erfordert; das hatte er zur
Abschreckung hingehängt. Wer kam zu ihm? Leute aus dem Stadtviertel, arme
Künstler, reiche Händler, Stadtpolitiker aller Parteien, größere und kleinere
Unternehmer, Unileute (nicht zu viele), Studenten (wenige; überhaupt war es
eher eine Kneipe für Leute von 40 aufwärts) und angenehme Säufertypen, die es
aber nicht übertreiben durften (also noch einmal Leute aus allen bisher genannten
Kategorien).
War das ein schönes Publikum? Nein, es reicht nicht, ein
paar Leute zusammenzuwürfeln, es kommt darauf an, sie zu verändern. Koos
vollbrachte Abend für Abend das Wunder, allen das Gefühl zu geben, gleichzeitig
privat am Tisch unter sich und öffentlich im Ganzen auf eine höhere Art zuhause
zu sein. Im Laufe so eines Abends mischten sich die Tische stets neu und
schaukelten sich in Gesprächs-, Musik- und Alkoholwogen empor, immer auch unter
der Regie des Wirtes, der alles sah, vieles mit seinem Witz förderte und
möglichen Unfrieden im Keim fortzauberte. Und auch die Zwischenräume waren
wichtig, die Theke und die Möglichkeit, in Gruppen zusammen zu stehen (die
Sitzplätze reichten sowieso nicht). Im Laufe der Jahre kannte jeder jeden und
grüßt sich noch heute in den Straßen von Groningen.
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| Café De Sleutel, Groningen, Noorderhaven 72 |
Nach dem Verkauf des Sleutel
ist Koos alt geworden; er trank zu viel (aber das hat er immer getan), bastelte
an seinem neuen Häuschen, das an derselben Gracht steht, und er wurde krank. Er
hat noch lange durchgehalten.
Gestern ist Koos im Alter von 72 Jahren gestorben. Sein erreichtes Alter hatte all die Jahre als Hausnummer groß über der Haupteingangstür des Sleutel gestanden. Sie ist jetzt für immer geschlossen.
Wir haben heute auf ihn angestoßen.
Gestern ist Koos im Alter von 72 Jahren gestorben. Sein erreichtes Alter hatte all die Jahre als Hausnummer groß über der Haupteingangstür des Sleutel gestanden. Sie ist jetzt für immer geschlossen.
Wir haben heute auf ihn angestoßen.
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