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Dienstag, 21. Januar 2014
Julia Engelmann - Hörsaal-Slam
Frisch, froh, Friedenau!
„Die Euphorie, man werde jünger dank eines Wohnortwechsels,
dank Klima usw., nochmals etwas jünger.“
Max Frisch, Aus dem Berliner Journal, Berlin 2014, S. 81.
Eintrag am 30.3.1973, zwei Monate nach seinem Umzug nach Berlin-Friedenau
Montag, 20. Januar 2014
Der unbekannte Arno Schmidt
In vielen deutschen Buchhandlungen stehen in diesen Wochen
Sondertische mit den Werken von und über Arno Schmidt, dessen Geburtstag sich
am 18. Januar zum hundertsten Male jährte. Und der Suhrkamp Verlag verteilt hübsche Lesezeichen.
Schmidt ist für mich einer der
wichtigsten deutschen Schriftsteller der drei, vier Jahrzehnte nach 1945, neben
Böll, Grass und Koeppen.
Schade, dass er in den Niederlanden so unbekannt geblieben
ist. Nur ein paar kleinere Werke sind jemals übersetzt worden,
bezeichnenderweise von einem Belgier: dem bedeutenden Übersetzer
Jan Mysjkin. Im niederländischen Buchhandel gibt es zur Zeit gar nichts von
Schmidt.
Das liegt neben den Schwierigkeiten, die seine sehr
spezielle Orthographie dem Übersetzer bereitet, wohl auch an seiner deutschen
Ironie, seinen durchgängigen polemischen Zynismen, mit denen er das aus dem
Nazisumpf wieder zu Kräften kommende Wirtschaftswunderland kommentiert. Die Kritik möchte den Niederländern vielleicht wohl
gefallen, der Schmidtsche Sound jedoch eher nicht.
Dabei sind seine Werke so zart, so klug, so voller Liebe
(und Geilheit) und so politisch! Für Schmidt-Novizen empfehle ich die kurzen Prosabände Seelandschaft mit Pocahontas, Brand’s Heide,
Aus dem Leben eines Fauns und Das
steinerne Herz.
Samstag, 18. Januar 2014
Donnerstag, 16. Januar 2014
Zurück ins Jahr 1973: Das Berliner Journal von Max Frisch
Zeitmaschinen gibt’s: Ich fühle mich um vierzig Jahre
zurückversetzt, in die Zeit, in der ich mit Bewunderung Max Frischs Tagebücher
1946-1949 und 1966-1971 gelesen habe. Morgen erscheinen, aus einem Zeittresor
heraus, Auszüge aus dem Berliner Journal 1973-1980.
Max Frisch war 1973 nach Berlin gezogen, genauer: in die
Sarrazinstraße in Friedenau. Das ist hier bei mir umme Ecke, sozusagen.
Friedenau war für mich damals allerdings eine stinkkleinbürgerliche Gegend.
Aber dort wohnten Günter Grass, Uwe Johnson und manch anderer arrivierter
Schriftsteller.
Ich freue mich auf die Lektüre.
Informationen zum Buch geben Volker Weidermann in der FAZ
und Gregor Dotzauer im Tagesspiegel.
Max Frisch, Aus dem
Berliner Journal, Suhrkamp Verlag 2014, 235 Seiten, 20 Euro
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