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Freitag, 15. November 2013

Ildikó Szabó - Konzert in der Hochschule für Musik ‚Hans Eisler’


In der Hochschule für Musik ‚Hans Eisler’ fand gestern ein Konzert im Rahmen der Benjamin-Britten-Reihe statt. Studenten der Hochschule und der Universität der Künste präsentierten sechs kurze Werke Brittens.
Die großartigste Performance war die Sonata in C for cello, die von Ildikó Szabó (Violincello) und Isabelle Cottet (Klavier) aufgeführt wurde. Ich möchte meinen Bericht auf die zwanzigjährige Ungarin Ildikó Szabó konzentrieren, denn sie ist eine Cellistin wie ich sie noch nie erlebt habe.


Von ihr wird gesagt, dass sie eines der ganz großen Cellotalente der Gegenwart sei. Dabei tritt allerdings noch ein Faktor hinzu, der für Puristen der klassischen Musik vielleicht nebensächlich oder gar unerwünscht ist: Sie lässt die Körperlichkeit der Produktion von Musik sehen. Ihr eigener Körper, insbesondere ihr Gesicht, zeigt ganz offen die Arbeit, die Anstrengung, aber auch den Geist der Komposition, den Sinn und die Sinnlichkeit dessen, was sie aus ihrem Klangkörper, dem Violoncello herausholt. Und mehr noch: Immer wieder ist auch ein - manchmal ironischer - Kommentar in ihrem Ausdruck, ihren Augen, ihren Lippen. Das bedeutet, dass man Ildikó Szabó nicht nur hören, sondern auch sehen muss, denn ihre Mimik ist bewusst, ist Teil der Performance. Dafür ist diese Sonate von Britten allerdings auch besonders geeignet.

Während des zwanzigminütigen Stücks fiel ihr bei den wilderen Passagen immer wieder eine Haarsträhne ins Gesicht. Störend, sollte man meinen; ich hatte immer Angst, das Haar würde ihr zwischen Finger und Saiten geraten, aber blitzschnell schob sie die Strähne immer wieder hinters Ohr zurück.

Dass dies kein Missgeschick war, sondern Methode hat, fiel mir hinterher auf, als ich auf YouTube eine von ihr gespielte Beethovensonate sah, die gleiche Strähne, die gleiche Sinnlichkeit, in der ihr Körper gleichsam mit dem Instrument verschmilzt. Es ist zwar ein Klischee, aber hier wird es wahr, das Cello und der Geist des Cellos als weiblicher Körper.

Kommentare:

  1. Korrektion: Ildikó ist eine Studentin an der Universität der Künste, in der Klasse Prof. Jens Peter Maintz.

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