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Mittwoch, 25. September 2019

Hilfreiche Sprüche (1)

"Die Welt ist nicht absurd, sie ist."

Undine Gruenter, Der Autor als Souffleur. Journal 1986-1992, Frankfurt am Main 1995, S. 12


Mittwoch, 21. August 2019

Jan Brandt beglückt das Leeraner Publikum mit einer Leseperformance zu „Ein Haus auf dem Land“



„So etwas habe ich in Leer noch nicht erlebt“, sagte mein ehemaliger Schulkamerad beim Hinausgehen. Wir hatten soeben Jan Brandts grandiosen Auftritt zu seinem neuen Buch „Ein Haus auf dem Land – eine Wohnung in der Stadt“ (DuMont Verlag 2019, 424 Seiten, € 24) gesehen. Ich konnte ihm nur zustimmen. Dies war eine neue Dimension dessen, was man sich unter einer „Dichterlesung“ vorstellt.

Jan Brandt,
von meinem idealen Platz auf der Empore gesehen
Im rammelvollen „Kulturspeicher“ hatte der Autor zunächst mit einer traditionellen Lesung aus dem Berliner Teil des Buches begonnen, durchaus unterhaltsam, vielleicht etwas zu lang.

Nach der Pause inszenierte er dann jedoch eine minimalistische, aber hocheffiziente und überraschende Choreographie zu Szenen des Buches, die in Ihrhove (in der Nähe von Leer) spielen: Er ließ seinen über 90jährigen Vater persönlich auftreten und ihn die Geschichte des vom Urgroßvater erbauten alten Gulfhofes und seiner Bewohner erzählen, so wie das auch im Buch vorkommt.

Der Vater wärmte das Publikum erst mit einem „In Ostfreesland is’t am besten“ zum Mitsingen mit der Mundharmonika auf und bewies dann ein außerordentliches und hochkonzentriertes Erzähltalent mit Tendenz zum Nicht-Aufhören-Wollen, was wiederum Teil der Choreographie war. Großer Jubel! 

Der nächste Überraschungsgast war der Bankangestellte aus Ihrhove, mit dem Jan Brandt über die Finanzierung des alten Hofes verhandelt hatte, den er vor dem Abriss bewahren wollte. Auch der Vater hatte sich da eingemischt und mal in der Bank vorbeigeschaut. Die beiden Herren re-inszenierten in eigener Rolle das im Buch ausführlich beschriebene hochamüsante Gespräch in aller Kürze, aber nicht minder vergnüglich. Frenetischer Jube!!!

Der Rückkauf war für Brandt nicht finanzierbar. Das Haus ist abgerissen und durch einen hässlichen Neubau ersetzt worden. Die Problematik des Verschwindens alter Dorfarchitektur und vieler charakteristischer Elemente ostfriesischer Dörfer liegt dem Autor sehr am Herzen. Er beschloss den Abend mit einer Reihe provokativer Fragen an anwesende politisch Verantwortliche. Die Antworten waren – wie zu erwarten – unbefriedigend, aber das Bewusstsein für die Problematik ist durch dieses Buch, mit dem er noch durch weitere fünfzehn Städte und Dörfer tingelt, zweifellos gewachsen. 

Und er hat, wofür ihm die Leiterin des Kulturspeichers am Ende dankte, Leer und Ihrhove in die deutsche Literatur eingebracht. Nun, da gibt es auch noch einen Jochen Schimmang, aber den hatte Jan schon selbst erwähnt.

Ein wunderschöner Abend. Lest das Buch!

Die neue Umhängetasche der Stadtbibliothek Leer,
die Jan Brandt an diesem Abend geschenkt bekam

Samstag, 1. Juni 2019

Science fiction als Gegenwartsbewältigung - Deutsche Romane des 21. Jahrhunderts - update

Ein Update meiner Liste der deutschen Utopien im 21. Jahrhundert:


Thomas Lehr, 42 (2005)
Thomas Glavinic, Die Arbeit der Nacht (2006)
Dietmar Dath, Die Abschaffung der Arten (2008)
Christian Kracht, Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten (2008)
Juli Zeh, Corpus delicti. Ein Prozess (2009)
Günter Hack, ZRH (2009)
Thor Kunkel, Schaumschwester (2010)
Dorothee Elminger, Einladung an die Waghalsigen (2010)
Jochen Schimmang, Neue Mitte (2011)
Simon Urban, Plan D (2011)
Dietmar Dath, Pulsarnacht (2012)
Timur Vermes, Er ist wieder da (2012)
Reinhard Jirgl, Nichts von euch auf Erden (2013)
Georg Klein, Die Zukunft des Mars (2013)

Clemens J. Setz, Indigo (2013)

Hannes Stein, Der Komet (2013)

Ernst-Wilhelm Händler, Der Überlebende (2013)

Dietmar Dath, Feldeváye - Roman der letzten Künste (2014)

Jürgen Neffe, Mehr als wir sind (2014)

Roman Ehrlich, Das kalte Jahr (2014)

Matthias Nawrat, Unternehmer (2014)

Alfred Stabel, Der Goldene Apfel der Deutschen. Die Türken erobern Wien (2014)

Tom Hillenbrand, Drohnenland (2014)

Leif Randt, Planet Magnon (2015)

Dietmar Dath, Venus siegt (2015)

Hans-Jörg Schertenleib, Jawaka (2015)

Martin Burckhardt, SCORE. Wir schaffen das Paradies auf Erden (2015)

Heinz Helle, Eigentlich müssten wir tanzen (2015)

Valerie Fritsch, Winters Garten (2015)

Jochen Beyse, Lawrence und wir (2015)

Juan S. Guse, Lärm und Wälder (2015)

Reinhard Jirgl, Oben das Feuer, unten der Berg (2016)

Karen Duve, Macht (2016)

Thomas von Steinaecker, Die Verteidigung des Paradieses (2016)

Thea Dorn, Die Unglückseligen (2016)

Emma Braslavsky, Leben ist keine Art, mit einem Tier umzugehen (2016)

Eugen Ruge, Follower. Vierzehn Sätze über einen fiktiven Enkel (2016)

Arne Ahlert, Moonatics (2016)

Ann Cotten, Verbannt! (2016)

Stephan R. Meier, NOW. Du bestimmst, wer überlebt (2017)

Kat Kaufmann, Die Nacht ist laut, der Tag ist finster (2017)

Jochen Beyse, Fremd wie das Licht in den Träumen der Menschen (2017)

Matthias Oden, Junktown (2017)

Franz Friedrich, 25052015. Der letzte Montag im Mai. Ein Zeitreiseführer (App für ios und android, 2017)

Dietmar Dath, Der Schnitt durch die Sonne (2017)

Doron Rabinivici, Die Außerirdischen (2017)

Hannes Stein, Nach uns die Pinguine. Ein Weltuntergangskrimi (2017)

Dirk van Versendaal, Nyx (2017)

Theresa Hannig, Die Optimierer (2017)

Marc-Uwe Kling, Qualityland (2017)

Martina Clavadetscher, Knochenlieder (2017)

Theresa Hannig, Die Optimierer (2017)

Helmut Krausser, Geschehnisse während der Weltmeisterschaft (2018)

Tom Hillenbrand, Hologrammatica (2018)

Josefine Rieks, Serverland (2018)

Georg Klein, Miakro (2018)

Alexander Schimmelbusch, Hochdeutschland (2018)

Julia von Lucadou, Die Hochhausspringerin (2018)

Helene Hegemann, Bungalow (2018)

Max Annas, Finsterwalde (2018)

Christian Torkler, Der Platz an der Sonne (2018)

Timur Vermes, Die Hungrigen und die Satten (2018)

Tijan Sila, Die Fahne der Wünsche (2018)

Frank Schätzing, Die Tyrannei des Schmetterlings (2018)

Eckart Nickel, Hysteria (2018)

Gabriele Albers, Nordland. Hamburg 2059 – Freiheit (2018)

Juan S. Guse, Miami Punk (2019)

Ann Cotten, Lyophilia (2019)

Theresa Hannig, Die Unvollkommenen (2019)

Sibylle Berg, GRM. Brainfuck (2019)

Helene Bukowski, Milchzähne (2019)

Stadt Land Heimat - Jan Brandts schönes neues Buch


Im dritten Kapitel seines Buches „Ein Haus auf dem Land“ (Köln 2019) fährt der Autor Jan Brandt zum abrissbedrohten Haus seines Urgroß
vaters im ostfriesischen Dorf Ihrhove, “legte eine Hand an die Steine und dachte an die Zeit zurück, als es gebaut wurde und schließlich dastand, wo es seitdem stand.” Dann folgt im Text, 33 Seiten lang (S. 70-102), eine Aufzählung von Ereignissen in Deutschland, Europa und der Welt, die seit dem amerikanischen Bürgerkrieg stattgefunden haben. Der Urgroßvater war seinerzeit in die Vereinigten Staaten ausgewandert und zurückgekehrt. Viele aus den folgenden Generationen sollten es ihm nachtun. So entstand ein fruchtbares Spannungsfeld zwischen dem dörflich-abgeschiedenen Ihrhove und dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Jan Brandts lange Liste endet mit der Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie 2017, deren Motto der Parzivalsatz: “Zum Raum wird hier die Zeit” war. Dann folgt noch die Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der USA: “Und ich nahm meine Hand von der Wand”. Der Geschichtszauber ist am Ende. Schluss des Kapitels.

Diese sehr lange Liste historischer Ereignisse, die wohl kaum ein Leser ohne das Überblättern mehrerer Seiten durchsteht, ist nicht die einzige Auffälligkeit an Jan Brandts neuem Buch: Es handelt sich nämlich um zwei Bücher, die als Wendebuch aneinander gebunden sind. Das andere Buch hat den Titel “Eine Wohnung in der Stadt” und handelt von Brandts langwieriger Wohnungssuche in Berlin, wo er seit 1998 gewohnt hatte und nach einer Eigenbedarfskündigung seines Vermieters beinahe auf der Straße gestanden hätte. Und so wie “Ein Haus auf dem Land” im Laufe der Kapitel zu einer Sozial- und Familiengeschichte des Lebens in Ostfriesland wird, so wird aus “Eine Wohnung in der Stadt” eine Sozial- und Wohnungsmarktgeschichte im Nachwende-Berlin. Es ist nicht deutlich, wo hier hinten und vorn ist. Das Buch hat zwei Cover. Man kann an beiden Seiten mit dem Lesen beginnen.



Das Interessante an dem Doppelbuch ist das Spannungsverhältnis zwischen Stadt und Land so wie es sich im Autor austrägt. Seine Bindung an den Heimatort ist stark. Er will das Haus des Urgroßvaters, einen Gulfhof aus dem 19. Jahrhundert, vor dem Abriss bewahren, scheitert aber letztlich an den Kosten und an sich selbst. Er will, gegen alle guten Ratschläge, immer beides: Ihrhove und Berlin. Sollte das die legendäre ostfriesische Sturheit sein?

Lange Aufzählungen von Namen und Gegenständen tauchten auch schon in Brandts großartigem Roman “Gegen die Welt” (Köln 2011) auf. So krass wie hier allerdings nicht. Das hat schon etwas Autistisches. Oder gibt es eine poetologische Rechtfertigung dafür? 

Ich muss da an mich als Kind denken. Ich malte seitenlang winzige Kreise in ein Notizbuch, und als die Lehrerin mich fragte, was das sei, sagte ich “Kügelchen”. Ich nahm mir mehrfach vor, im Kopf bis 10 000 zu zählen. Wie weit ich gekommen bin und ob ich es geschafft habe, weiß ich nicht mehr. Und heute? Ich bin hocherfreut, wenn man mich auffordert, auf Facebook 10 Covers von mir lieben Romanen zu posten. Ich verfolge geradezu gierig alle Long- und Shortlists für deutsche und internationale Buchpreise. In meinem Blog habe ich eine Liste utopisch/dystopischer Romane seit 2005 veröffentlicht, die ich immer wieder up to date bringe. Ich habe was mit Listen. Das hat schon etwas Autistisches.

Nun bin auch ich Ostfriese. Die ostfriesische Sturheit wird auch mir nachgesagt, und die Konstellation der konkurrierenden Heimatorte von Jan Brandt ist auch bei mir gegeben: Wir haben denselben Geburtsort, Leer in Ostfriesland. Und auch ich habe mit 18 Jahren Ostfriesland in Richtung Berlin verlassen. Eine intime heimatliche Bindung mit Leer oder Ostfriesland oder mit der Verwandtschaft habe ich in all den fünzig Jahren allerdings nicht gehabt. Die Schulfreunde von damals sind zum größten Teil in alle Windrichtungen verschwunden. Leer besuche ich von Zeit zu Zeit, um das Grab meiner Eltern zu pflegen. Ein hundertfünfzigjähriges Haus, auf das ich meine Hand hätte legen können, um den Sound einer generationenlangen Geschichte zu spüren, habe ich nicht, nur die Bäckerei meines Vaters, dessen Nachfolge ich nicht antreten wollte, und bei dessen Nachfolgern ich vielleicht einmal in zehn Jahren ein Brot kaufte, um noch einmal zu fühlen wie das in dem kleinen Ladengeschäft war und wie das Haus an der Edzardstraße aussah. Mehr nicht. Ich lebe in Groningen.

Beim Lesen von Jan Brandts Doppelbuch hatte ich mehrmals Momente, in denen ich es meiner Liste der utopisch/dystopischen Romane hinzufügen wollte. Denn genauso wie in der auffälligen Fülle all der sogenannten Zukunftsvisionen der letzten fünfzehn Jahre geht es bei Brandt um die vergangenheitsgeladene Gegenwart, aus der er eigene Zukunft produzieren muss, um weiterleben zu können. Er hat für jedes Teilbuch einen Untertitel: “Von einem, der auszog, um in seiner neuen Heimat anzukommen” für das Stadtbuch und “Von einem, der zurückkam, um seine alte Heimat zu finden” für das Landbuch. Der quälende Widerspruch zwischen beiden ist das Geheimnis der Stärke dieses Buches, das von Heimat in Gegenwart und Zukunft handelt.

Montag, 31. Dezember 2018

Silvester

Silvester Gedicht

Dass bald das neue Jahr beginnt, 
spür ich nicht im geringsten. 
Ich merke nur: Die Zeit verrinnt
genauso wie zu Pfingsten. 
Die Zeit verrinnt. Die Spinne spinnt
in heimlichen Geweben. 
Wenn heute Nacht ein Jahr beginnt, 
beginnt ein neues Leben. 


Joachim Ringelnatz 
(1883-1934)

Mittwoch, 28. November 2018

Deutschland, eine Krimireise (revisited)


Vor zehn Jahren habe ich an der Groninger Uni einen Vortrag zum deutschen Regionalkrimi gehalten. Morgen findet in Assen (Niederlande) ein von der EDR  (Ems-Dollart-Regio) veranstalteter deutsch-niederländischer Studientag zum Krimi im Unterricht statt. Dort habe ich einen Workshop zum Thema. Aus diesem Anlass habe ich ein Update zu meiner damaligen Krimi-Regio-Reiseliste erstellt: eine Krimireise an den deutschen Grenzen entlang, angefangen in meiner Geburtsstadt Leer und dann gegen den Uhrzeiger um ganz Deutschland herum, mit allerlei Ausflügen in die Nachbarländer

Seit 1990 gibt es hunderte und aberhunderte Regionalkrimis. In keinem anderen Land ist das so. Das ist eine Art neuer Heimatbewegung, in gewisser Weise vergleichbar mit den Heimatmuseen nach der Gründung des Deutschen Reiches 1871. Dazu mache ich mir Gedanken, die ich hier später veröffentlichen werde. In meiner neuen Liste sind viele Krimis aus den letzten Jahren hinzugekommen und ein paar ältere geblieben. Alle sind noch im Buchhandel erhältlich.

Die Liste hätte viel länger sein können. Aber eine längere Liste macht keinen Sinn. Jeder kann selbst über Google und Amazon.de weitere Möglichkeiten recherchieren. Ich habe unterschiedliche Typen von Regionalkrimis ausgewählt. Nicht alle sind wirklich geeignet, um im Unterricht/ Fremdsprachenunterricht in den Niederlanden eingesetzt werden zu können. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass auch sprachlich/inhaltlich relativ schwierige Romane nichtdeutsche Schüler interessieren und begeistern können. Ein besonderes Beispiel hierfür ist Tom Hillenbrands Roman "Drohnenland".

Hier ist meine Liste, die über 36 Stationen an der deutschen Innengrenze entlang führt:

Deutschland, eine Krimireise: revisited
(mit Abstechern in die Nachbarländer)

Peter Groenewold (Assen 2018)

1 Peter Gerdes, Ebbe und Blut (2006)              ***

Leer/Ostfriesland; Journalistin Sina Gersema/Hauptkommissar Stahnke, Windkraftanlagen/Umweltschützer/Industrieinteressen

2 Peter Gerdes, Zorn und Zärtlichkeit (2011)  ****

Jemgum/Leer/Westerbork; historischer Krimi 2010/1936-54, Reichsprogromnacht 1938 in Ostfriesland, jugendliche Protagonisten

3 Andreas Adlon, Tod im Netz (2014)                ****

Oldenburg; Mord/Internet-Kriminalität/Facebook

4 Hiltrud Leenders, Michael Bay und Artur Leenders, Die Schanz (2004)        ***

Kleve/Schenkenschanz/Niederrhein; Kommissariat Kleve, Mord während des Hochwassers 2002

5 Jörg Juretzka, Prickel (1991) *****

Mülheim/Ruhrgebiet; Privatdetektiv Kristof Kryszinski, Ruhrpottkrimi,Kleinkriminalität

6 Horst Eckert, Wolfsspinne (2017)        *****

Düsseldorf/Eisenach; Rechtsextremismus/Geheimdienst, Kommissar Vincent Veih

7 Horst Eckert, Purpurland (2005)        *****

Düsseldorf/NRW/Afghanistan; Kommissarin Anna Winkler, Bundeswehr/Waffenlieferung/Mord

8 Mechthild Borrmann, Grenzgänger. Die Geschichte einer verlorenen Kindheit (2018)                    *****
fiktives Dorf an der deutsch-belgischen Grenze; Nachkriegszeit; Kinder und Jugendliche als Kaffeeschmuggler

9 Jacques Berndorf, Eifel-Blues (1989) und Die Reise nach Genf (1993)          ****

Eifel/Rheinland-Pfalz, mit Ausflug ins Münsterland; Journalist Siggi Baumeister, Kalter Krieg, Bundeswehr/MAD

Eifel-Blues ist der erste von mehr als zwanzig Eifelkrimis von Jacques Berndorf.

10 Tom Hillenbrand, Drohnenland (2014)          *****

Brüssel/Niederlande/Hamburg; Science-Fiction-Krimi zur näheren Zukunft in Europa/überschwemmte Niederlande und Hamburg; ndl. Kommissar; geheimnisvolle Mordserie unter EU-Abgeordneten

11 Tom Hillenbrand, Teufelsfrucht (2011)                    *****

Luxemburg/Genf; Xavier Kieffer (Koch und Detektiv); Lebensmittelindustrie/ Geschmacksverstärker

12 Wolfgang Brenner, Bollinger und die Friseuse. Ein Grenzfall (2007)           ****

fiktiver deutsch-französischer Grenzort/Saarland; dt.-frz. Geschichte, Kommissar Bollinger

13 Bernhard Schlink und Walter Popp, Selbs Justiz (1987)      *****

Mannheim/Baden-Württemberg; Privatdetektiv Gerhard Selb, Rheinische Chemiewerke (RCW) = BASF, Nazivergangenheit: Zwangsarbeiter

14 Carlo Schäfer, Im falschen Licht (2002)      ****

Heidelberg/Baden-Württemberg; Hauptkommissar Theuer, eine Tote im Neckar; Humor!!

15 Wolfgang Schorlau, Die schützende Hand (2017)  *****

Stuttgart/Baden-Württemberg/Thüringen; Privatdetektiv Georg Dengler, Neonazi-Morde

16 Elke Schwab, Mord ohne Grenzen (2016)               ***

fiktives deutsches Grenzdorf zu Frankreich/Elsass; Kommissarin Tanja Gestier; eine Vierjährige verschwindet; mit dt.-frz. Geschichte

17 Ulrich Ritzel, Schwemmholz (2000)            *****

Ulm/Bodensee, Baden-Württemberg; regionale Wirtschaft, Kommissar Berndorf

18 Volker Klüpfel und Michael Kobr, Seegrund (2006)            **

Kempten/Füssen/Allgäu, Bayern; Kommissar Kluftinger, Nazivergangenheit (Humor!?)

19 Wolfgang Schorlau, Das München-Komplott (2009)                     *****

München; Privatdetektiv Georg Dengler beschäftigt sich mit dem Anschlag auf das Münchener Oktoberfest 1980 und kommt in Teufels Küche.

20 Felix Leibrock, Schattenrot    (2017)             ****

Weimar; eine 17jährige wird vermisst; Geschichte der Wölfe in Deutschland/DDR

21 Frank Goldammer, Der Angstmann (2017)****

Dresden 1944; Bombardierung Dresdens; Morde

22 Marek Krajewski, Festung Breslau  (2006)               ****

Breslau/Wrozlav März 1945/1950/1954; Kriminalrat Hauptmann Mock, historischer Krimi: sowjetische Belagerung von Breslau; polnischer Autor



23 Christian von Ditfurth, Heldenfabrik (2016)            *****

Berlin-Thriller; Bioradikalismus/Chemiewerke; viele Morde; Kommissar de Bodt

24 Ulrich Ritzel, Trotzkis Narr (2015)                  *****

Berlin; Mord im Wahlkampf; Ex-Kommissar Berndorf (vgl. Nr. 18)

25 Volker Kutscher, Der nasse Fisch (2008)               ****

Berlin; historischer Krimi 20er Jahre (Vorlage zur Serie Babylon Berlin)

Dazu: Arne Jysch und Volker Kutscher, Der nasse Fisch (erw. Ausgabe 2018),
Berlin; Graphic-Novel-Umsetzung des gleichnamigen Romans von Volker Kutscher

Dazu: Der nasse Fisch, Rollenspiel-App im Apple App-Store

Dazu: die sechsteilige TV-Serie Babylon Berlin (DVD/Sky)

26 André Georgi, Die letzte Terroristin (2018)                        ****

Berlin 1991; letzte RAF-Generation/Treuhand-Chef/Abwicklung DDR-Betriebe/Bundeskriminalamt

27 Thomas Wörtche (Hg.), Berlin Noir (2018)

Berlin; 13 Krimi-Kurzgeschichten, die in den verschiedenen Stadtbezirken spielen

28 Maxim Leo, Auentod (2016)                *****

Bad Freienwalde/Oderbruch/Polen; Autodiebstahl und –verschiebung nach Polen;

29 André F. Nebe, Spuk auf der Ostsee: Die Küstenwölfe (2018)

Usedom; Urlaubsabenteuer von vier Kindern; Kinder-Krimi 8-12 Jahr, aber auch für Ältere geeignet.

30 Christa Bernuth, Innere Sicherheit (2006)   ****

Rügen/Ostseeküste/Ostberlin; eine Tote am Ostseestrand; spielt in der DDR Ende der Achtziger Jahre, ABV Martin Beck

31 Katharina Peters, Deichmord (2017)

Rügen/Ostseeküste; Kommissarin Katharina Peters;  Mord mit DDR-Vergangenheit

32 Ella Danz, Steilufer (2007)               ***

Lübeck/Lübecker Bucht, Schleswig-Holstein; Kommissar Georg Angermüller, Hobbykoch, Neonazis/Ausländerhass

33 Henrik Siebold, Inspektor Takeda und die Toten von Altona (2016)    ****

Hamburg; totes Ehepaar; Inspektor Takeda aus Tokio als Hospitant bei der Hamburger Polizei; Kulturunterschiede!

34 Sabine Weiß, Schwarze Brandung (2017)                ***

Sylt; Mord an einer jungen Frau; Kommissarin Liv Lamers aus Flensburg

35 Tim Erzberg, Hell-Go-Land (2017)                 ****

Helgoland; Kommissarin Anna Krüger wird mit ihrer Vergangenheit konfrontiert; Thriller

36 Wolf S. Dietrich, Friesische Rache (2015)                ***

Borkum; Hauptkommissarin Rieke Bernstein; alte und neue Todesfälle/Rache


Thematische Gruppen:

-      Grenzüberschreitende Krimis: 2, 8, 10, 11, 12, 16, 22, 28, 33
-      Umwelt/Industrie/Radikalismus: 1, 3, 10, 11, 23
-      Nationalsozialismus/Krieg: 2, 13, 18, 21, 22
-      Neonazis/Rechts- und Linksterrorismus: 6, 15, 26, 32
-      DDR: 20, 26, 30, 31
-      Andere historische Krimis: 8, 9, 12, 16, 19, 25