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Donnerstag, 22. August 2013

Steff la Cheffe und ihre bittersüßen Pillen


Die Jukebox von Café Deutschland muss dringend mit ein paar neueren Titeln gefüllt werden, sonst wird das hier alles zu kopflastig.

Steff la Cheffe
Bei der Suche lief mir die Schweizer Rapsängerin Steff la Cheffe über den Weg. Von den Titeln auf YouTube gefällt mir im Moment „Im Momänt“ von ihrem Debütalbum „Bittersüessi Pille“ (2010) am besten.



Refrain:
Im Momänt ke Job. Im Momänt ke Schuu.
Im Momänt ke Fründ. Im Momänt uf Tour.
Im Momänt nume Musik. Im Momänt nume Moves.
Es muess aus us mir use. Des isch aus woni bruch.

1. Strophe
I bi so frei wine Vogu - e Vogu.
I bruche Luft, blibe dobe - dobe.
I blib nid schtah ufem Bode - em Bode.
Wosch du mi fah, bini gschobe - gschobe.
I bi ellei, bi a niemer bunde.
I cha ga fiire bis i d Morgeschtunde.
I ga gärn furt und i dräih mini Runde.
I gah i Club gah di Männer erkunde.
I wär scho zha fürnes Abetür,
We du nur frage würdsch, wärsch du dr Ma drfür,
I bi scho nätt, doch erhoff dr doch nüt.
Es isch scho schpät und i bi bsoffe vor Glück.

Ref.

2. Strophe
I bi no jung, muess mi entfaute - entfaute.
Wi Schmätterlinge, wine Fauter - e Fauter.
Bi nid normau u das gfaut mr - gfaut mr.
Villech chunnt das ja im Auter - im Auter.
I briche di Norm. I entsprich nid dr Norm.
Nid erpicht druf, vrzichte, vrnichte di Norm.
I brich liebr Brot mit paar Wichte i Not.
Ihri Gschichte im Ohr und brichte drvo.
Und i drifte drvo, wöu di Richter vom Dorf
Wei mi richte wi Gott, gäbe d Richtig scho vor.
Mini Sicht isch eso. I vrpflichte mi scho
Für di wichtige Sache zrbrichmer dr Chopf.

Ref.

3. Strophe
Lug, i cha läbe, was i liebe - liebe
u drbi no Gäud vrdiene - vrdiene.
Lug wi häu, dass i schiine - schiine.
Muess mi für niemer vrbiege - vrbiege.
Es geiht mr guet, s chönnt nid bessr si.
Niemer schtresst, niemer presst, niemer fesslet mi.
Yes i bi ir letschte Zyt,
so huere gflasht, wi uf Extasy.
I bi im Fium mit dr bescht Regie.
Grosses Kino uf de beschte Sitz.
Chömet feschtet mit, so exzessiv
wöu i setz di für d Session uf d Gäschtelischte.

Ref.

Lyrics: S. Peter / Music: D. Jud, G. Sohrya
Copyright: Bakara Music

Gerade ist ihr zweites Album „Vögu zum Geburtstag“ erschienen, das in der Schweizer Hitparade auf Platz 1 steht.

Nicht-Schweizer brauchen eine Texttranskription, um sie zu verstehen. Auf ihrer YouTube-Website sind alle zu finden. Dort kann man auch ihre CDs bestellen.

Steff la Cheffe ist auch Vizeweltmeisterin im Genre „Beatboxing“. Das liegt mir nicht so. Aber wer sich die Finalrunde antun möchte, kann sie hier sehen und hören

Dienstag, 20. August 2013

Berlin im Sandkasten

Ich habe endlich mein Berlin zurück und gehe jetzt spielen! Die Mark Brandenburg ist ja als "preußische Sanddose" bekannt.


Berlin-Sandförmchen
Bezugsquelle hier

Helmuth Lethen, Auf der Suche nach dem Handorakel - Vom wilden Lesen in den Siebzigern


Ich hatte einmal angekündigt, in Café Deutschland neben Karl-Heinz Bohrers „Granatsplitter“ und Hans Ulrich Gumbrechts „Nach 1945“ auch Helmut Lethens „Suche nach dem Handorakel“ (Göttingen 2012 ) besprechen zu wollen. Anlass war der gemeinsame Auftritt dieser drei älteren Herren auf einem Kongress in Berlin 2012.


Helmut Letten

Zu Helmut Lethen bin ich irgendwie nicht gekommen, obwohl er mir näher steht als die beiden anderen und mir sein kleines Büchlein sehr gefallen hat. Aber genau das ist wohl der Grund dafür.

Dann habe ich entdeckt, dass Jochen Schimmang es in der taz besprochen hat. Er steht dem Autor noch näher und kann besser als ich über sich selbst und die wilden siebziger Jahre schreiben. Hier ist sein Beitrag zu Lethens Buch: Artikel von Jochen Schimmang in der taz.

Montag, 19. August 2013

Der deutsche Buchpreis 2013 - Wer wird's? Und wenn ja wie viele?



Die Longlist für den Buchpreis ist da. Zwanzig Titel.

Von acht Autoren habe ich noch nie etwas gehört. Das ist ein gutes Zeichen.
Elf Romane erscheinen im August/September. Was soll ich dazu sagen?
Das absolute Schwergewicht ist Reinhard Jirgls „Nichts von euch auf Erden“ und wird den Preis nicht bekommen.
Warum Jirgl nicht? Schaut auf letztes Jahr, als Ursula Krechels “Landgericht” den Preis bekam. Stinklangweilige politisch-literarische Korrektheit als Auswahlkriterium.
Warum sollte es dieses Jahr anders sein?
Aber die restlichen neunzehn könnten Stück für Stück großartige Literatur sein. So hat die Liste doch ihren Sinn.

• Mirko Bonné: Nie mehr Nacht (Schöffling & Co., August 2013)
• Ralph Dutli: Soutines letzte Fahrt (Wallstein, März 2013) 
• Thomas Glavinic: Das größere Wunder (Hanser, August 2013) 
• Norbert Gstrein: Eine Ahnung vom Anfang (Hanser, Mai 2013) 
• Reinhard Jirgl: Nichts von euch auf Erden (Hanser, Februar 2013) 
• Daniel Kehlmann: F (Rowohlt, September 2013) 
• Judith Kuckart: Wünsche (DuMont, März 2013) 
• Olaf Kühl: Der wahre Sohn (Rowohlt.Berlin, September 2013) 
• Dagmar Leupold: Unter der Hand (Jung und Jung, Juli 2013) 
• Jonas Lüscher: Frühling der Barbaren (C. H. Beck, Januar 2013) 
• Clemens Meyer: Im Stein (S. Fischer, August 2013) 
• Joachim Meyerhoff: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war (Kiepenheuer & Witsch, Februar 2013) 
• Terézia Mora: Das Ungeheuer (Luchterhand, September 2013) 
• Marion Poschmann: Die Sonnenposition (Suhrkamp, August 2013) 
• Thomas Stangl: Regeln des Tanzes (Droschl, September 2013) 
• Jens Steiner: Carambole (Dörlemann, August 2013) 
• Uwe Timm: Vogelweide (Kiepenheuer & Witsch, August 2013) 
• Nellja Veremej: Berlin liegt im Osten (Jung und Jung, Februar 2013) 
• Urs Widmer: Reise an den Rand des Universums (Diogenes, August 2013) 
• Monika Zeiner: Die Ordnung der Sterne über Como (Blumenbar, März 2013)