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Freitag, 16. Januar 2026

Der „Sitzende Jüngling“ von Jeltsema (13): Mein Artikel ist erschienen

 In der Dezembernummer der Zeitschrift „Stad & Lande“ ist jetzt mein Artikel „De Zittende Jongeling op het Emmaplein in Groningen“ erschienen. Darin habe ich eine ganze Reihe überraschender Neuigkeiten zu dem etwas unterschätzten Bildhauer Frederik Jeltsema vom Anfang des 20. Jahrhunderts zusammengefasst und präsentiert.

Inzwischen habe ich noch mehr und plane einen weiteren Artikel und eventuell eine Buchveröffentlichung. Das große Problem ist, dass es fast keine Ego-Dokumente und biografisch relevante Kommentare, Briefwechsel etc. gibt. Wie schreibt man dann eine Biografie?

Nachdem ich eigentlich schon einen Ausweg gefunden zu haben glaubte: eine Art Mosaik-Biographie, die die Person in thematischen Fragmenten in ihrer Zeit und ihren Werken und Interessen umkreist, bin ich jetzt zu einem anderen Schluss gekommen:

Ich habe lange unterschätzt, welche Rolle es für Jeltsema gespielt hat, dass er die ersten 26 Jahre seines Lebens als Mädchen und Frau aufgewachsen ist. Dabei war er körperlich eindeutig männlich, mit kleinen femininen Abweichungen. Zwischen 1903 und 1906 ist bei ihm der Entschluss gereift, weiter als Mann durchs Leben zu gehen.

Ein Buch über ihn muss diese Phase ins Zentrum stellen und natürlich berücksichtigen, wie ein Leben als Frau und danach als Mann für ihn ausgesehen hat. Er ist immerhin zweimal verheiratet gewesen. Irrsinnig außergewöhnlich!

Sehr hilfreich ist für mich eine ungewöhnliche deutsche Autobiografie aus derselben Zeit und mit demselben psycho-sexuellen Hintergrund: 

N.O. Body, Aus eines Mannes Mädchenjahren, Berlin 1907



https://magnus-hirschfeld.de/netzwerk/veroffentlichungen-publications/aus-eines-mannes-madchenjahren/

Diese detektivischen Untersuchungen werden mich in den folgenden Monaten beschäftigen. Die Jeltsema-Reihe in meinem Blog schließe ich vorerst ab.

Dafür werde ich wieder mehr Beiträge wie in den letzten Jahren posten.